Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 23.02.2013

Achtung, Spoiler enthalten - nicht bzgl. des Inhalts, sondern der Umsetzung!

Wenn schon auf dem Cover eine blutverschmierte Braut abgebildet ist, die auf dem Backcover auch noch mit einer Kettensäge hantiert, muss man sich über einen krassen Fall von "Style Over Substance" natürlich nicht wundern. In [Rec]³ wird gar nicht mehr versucht, Stimmung zu erzeugen, es geht nur noch um coole, postmoderne Szenenfotos für alle, die "Kill Bill" kennen, um die Darstellung an sich, um den glücklichsten Tag des Lebens, der sich in einen Alptraum verwandelt.

Der wohl stärkste Einfall des dritten Teils ist es, mit der durch [Rec] und [Rec]² tradierten Handkamera-Optik zu beginnen, um diese tatsächlich zugunsten eines normalen Kinoformats aufzugeben, sobald sich das Mitlaufenlassen der Kamera als unlogisch erweist. Der Moment des Wechsels funktioniert tatsächlich hervorragend, denn er beweist Konsequenz darin, die eng gesteckten Regeln des Found-Footage-Kinos aufzudecken und zu brechen.

Anschließend weiß Paco Plaza mit der Filmsituation ohne Anwesenheit einer sichtbaren Kamera aber leider nichts mehr anzufangen, obwohl sein Film zu diesem Zeitpunkt vielleicht gerade mal noch 50 Minuten zu bestehen hat - er kreist lediglich unmotiviert durch die blutverschmierten Ballsäle, lässt die Überlebenden auf Zombies stoßen und mit neuen Filmregeln aufeinanderprallen, zu denen eben auch die in [Rec]² initiierte religiöse Komponente gehört. Eine wirkliche Pointe gelingt auch nicht, denn sollte [Rec]³ ein Ausdruck ewiger Liebe sein, so muss er sich in dieser Hinsicht Vertretern wie "Return Of The Living Dead 3" klar geschlagen geben. Letztlich ein interessantes Stilexperiment, dem aber nach dem unerwarteten Formatwechsel schnell die Luft ausgeht.

*weitere Informationen: siehe Profil

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